Verspannungen im Nacken, Kopfschmerzen oder eine eingeschränkte Beweglichkeit werden nicht immer dort verursacht, wo sie spürbar sind. Eine mögliche Ursache kann im Kiefer liegen: Bei einer Craniomandibulären Dysfunktion (CMD) funktionieren Kiefergelenk, Kaumuskulatur und angrenzende Strukturen nicht optimal. Die Beschwerden können dabei weit über den Kiefer hinausreichen und beispielsweise Nacken, Schultern und Kopf betreffen.
Was ist CMD und welche Beschwerden kann sie verursachen?
CMD beschreibt eine Funktionsstörung des Zusammenspiels von Kiefergelenken, Kaumuskulatur und Zähnen. Typische Anzeichen können Kieferknacken, Schmerzen beim Kauen, Zähnepressen oder eingeschränkte Mundöffnung sein. Manche Betroffene bemerken jedoch zunächst Beschwerden an ganz anderer Stelle – etwa einen verspannten Nacken, Kopfschmerzen oder Schmerzen im Schulterbereich.
Kiefer und Nacken: Wie hängt das zusammen?
Kiefer, Halswirbelsäule und Muskulatur stehen über komplexe Bewegungs- und Spannungsmuster miteinander in Verbindung. Wird beispielsweise häufig mit den Zähnen gepresst oder geknirscht, kann die Kaumuskulatur dauerhaft angespannt sein. Diese Spannung kann sich auf umliegende Muskelgruppen übertragen und Nackenverspannungen und Kopfschmerzen begünstigen.
Auch die Körperhaltung spielt eine Rolle. Eine nach vorn geneigte Kopfposition, wie sie beim langen Sitzen oder bei der Nutzung von Smartphone und Computer entstehen kann, verändert die Belastung der Hals- und Schultermuskulatur. Kiefer, Nacken und Haltung sind daher nicht unabhängig voneinander zu betrachten.
Bewegung als Teil eines ganzheitlichen Ansatzes
Regelmäßige Bewegung und gezieltes Training können dazu beitragen, die Muskulatur zu stärken und das eigene Körpergefühl zu verbessern. Besonders Übungen für Rücken, Schultern und Rumpf können sinnvoll sein, um eine aufrechte Körperhaltung zu unterstützen und den Körper insgesamt belastbarer zu machen. Bei bestehenden Beschwerden sollte das Training individuell angepasst werden.
CMD-Beschwerden professionell abklären lassen
Wichtig: Fitness- und Krafttraining ersetzen keine medizinische Behandlung. Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden sollte die Ursache professionell abgeklärt werden. Zahnärzte, Kieferorthopäden oder Physiotherapeuten können beurteilen, ob eine CMD vorliegt und welche Maßnahmen sinnvoll sind.
Du möchtest deinem Körper etwas Gutes tun? Integriere regelmäßige Bewegung in deinen Alltag und trainiere gezielt deine Muskulatur. Denn dein Körper arbeitet nicht in Einzelteilen – sondern als Einheit.